Die Alarmierung der Feuerwehrangehörigen in Geseke erfolgt durch die Leitstelle für Feuerschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Soest.
Die Notrufe 112 und 19222 (Krankentransport) werden von dort entgegengenommen und die entsprechenden Rettungsmittel eingesetzt und geführt.Je nach eingehender Meldung wird im EDV-gestützten Alarmierungssystem der Notruf aufgenommen und die entsprechenden Einsatzkräfte vom Computer alarmiert.
Wann, welche Kräfte ausrücken ist einer einer Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) geregelt.
Je nach Meldung werden entsprechend mehr oder weniger Einsatzkräfte alarmiert. Eine Nachalarmierung von weiteren Kräften ist jederzeit durch sog. "Alarmstufenerhöhungen" möglich.
Die Leitstelle für Feuerschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Soest ist zuständig für die 14 Feuerwehren der Städte und Gemeinden im Kreis Soest, sowie für 9 Rettungswachen in Erwitte, Geseke, Lippetal, Lippstadt, Möhnesee, Soest, Warstein, Werl und Wickede.
Eine Alarm- und Ausrückeordnung besteht aus Alarmstichworten, Alarmstufen und den daraus folgenden Alarmreaktionen. Das Alarmstichwort besteht aus einem kurzen, prägnanten Wort, das die Art des Alarmes definiert. Die Alarmstufe, beschreibt das Ausmaß bzw. die Größe eines Alarmes in Form einer Ziffer. Der Kombination von Alarmstichwort und Alarmstufe stehen Alarmreaktionen gegenüber - also was in einem bestimmten Fall alarmiert werden soll.
Beispiel Wohnungsbrand
Wird der Leitstelle über einen Notruf ein Wohnungsbrand im Stadtgebiet Geseke, Wochentags zwischen 5 und 17 Uhr gemeldet, so würde das Alarmstichwort "Brand 2" lauten. Diesem Alarmstichwort ist in der genannten Zeit der sog. "Tagalarm" hinterlegt. Das heißt alle 112 tagsüber verfügbaren Einsatzkräfte (welche weniger als 3 km Anfahrt von der Arbeitsstelle zum Gerätehaus haben oder im Schicht- und Wechseldienst tätig sind, Stand 22.11.2009), werden alarmiert und begeben sich auf schnellstem Wege zum Feuerwehr-Gerätehaus. (Theoretisch, denn nicht immer sind wirklich alle 112 alarmierten Einsatzkräfte verfügbar, z.B. aufgrund von Urlaub, Krankheit, etc.)
Wird der Wohnungsbrand im Stadtgebiet, Wochentags zwischen 5 und 17 Uhr oder an Sonn- und Feiertagen gemeldet, würde das Alarmstichwort wieder "Brand 2" lauten. Als Alarmreaktion alarmiert der Einsatzleitrechner der Leitstelle jedoch den jeweils zuständigen Löschzug. Wäre der Wohnungsbrand beispielsweise im Kernstadtbereich, so würde der Löschzug Geseke (54 Einsatzkräfte) alarmiert.
Jedes aktive Mitglied der Geseker Feuerwehr besitzt einen digitalen Funkmeldeempfänger (Abkürzung: DME). Technisch gesehen ist ein Funkmeldeempfänger (umgangssprachlich Piepser) genauso aufgebaut wie ein Radio, welches auf einen festen Sender eingestellt ist und bei einem bestimmten Funksignal Alarm auslöst. Insgesamt verfügt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Geseke über 143 solcher Funkmeldeempfänger.
Diese gliedern sich wie folgt auf:
93x Swissphone Hurricane DV300
18x Swissphone Patron (plus/pro)
41x Swissphone BOSS (900,910,920,925)
Je nach Art des Einsatzes und der Tageszeit gibt es verschiedene Alarmgruppen. So gibt es in allen Löschzügen den Zugalarm, Gruppenalarm, Tagalarm und im Löschzug Geseke zusätzlich den Sonderalarm Drehleiter.
Zusätzlich zu den Funkmeldeempfänger gibt es in Geseke und dessen Ortsteilen 8 Sirenen vom Typ E57, welche im Bedarfsfall von der Leitstelle je Ortsteil oder Flächendeckend im gesamten Stadtgebiet ausgelöst werden konnten. Seit 2009 ist die Alarmierung der Sirenen aufgrund defekter Funk-Steuergeräte nicht mehr möglich.
Die Sirenenstandorte:
Kernstadt | Störmede |
Langeneicke | Mönninghausen |
Sind die Funkmeldeempfänger beziehungsweise Sirenen ausgelöst, begeben sich die Feuerwehrangehörigen auf dem schnellsten Wege zum Feuerwehrgerätehaus, bekleiden sich mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung und kommen dann mit den Einsatzfahrzeugen zum Schadensort. Zur Orientierung: In Geseke dauert es je nach Tageszeit ca. drei bis fünf Minuten ab der Alarmierung, bis das erste Fahrzeug unterwegs ist. Falls Sie einmal selbst auf die Feuerwehr warten müssen, denken Sie bitte auch daran, dass die meisten Feuerwehrangehörigen erst von ihrem Arbeitsplatz weg müssen, um zum Gerätehaus zu kommen.
„Feuer in der Markusstraße“: Dieser ein paar Jahre zurückliegende Einsatz ist in Geseker Feuerwehr-Kreisen fast schon legendär. Stadtbrandinspektor Malte Wiesner erinnert sich genau: „Sechs Kameraden saßen im Löschfahrzeug, aber keiner wusste, wo die Straße ist.“ Dass die Markusstraße gerade mal 200 Meter vom Gerätehaus entfernt liegt, weiß dank dieser Anekdote natürlich mittlerweile jeder Feuerwehrmann. Gerade in den zahlreichen Neubaugebieten kennen die Einsatzkräfte aber längst nicht jeden Straßenzug.
Um seine Mitstreiter zukünftig immer auf den richtigen Pfad zu leiten, hat Oberfeuerwehrmann und EDV-Experte Michael Nagelmeier deshalb tief in die Trickkiste gegriffen.
Unzählige Stunden hat er in den vergangenen Monaten vor dem PC verbracht, um für das Feuerwehrgerätehaus ein modernes Alarmierungssystem zu installieren. Wenn die Leitstelle in Lippstadt jetzt eine Schadenslage in Geseke meldet, werden die Kameraden im Gerätehaus genauestens über den bevorstehenden Einsatz informiert. „Unmittelbar nach der Meldung der Leitstelle wird das neue System automatisch aktiviert“, erklärt Nagelmeier.
Sofort ertönt im Gerätehaus ein Gong, Sekunden später leuchten auf einem Monitor alle Informationen zum Einsatz auf, während auf einem anderen Monitor ein Stadtplan mit dem exakten Einsatzort auftaucht. Zudem erfolgen im Abstand von vier Minuten zwei Lautsprecher-Durchsagen mit den selben Informationen. Das neue Alarmanzeigesystem hat sich bereits bewährt“, weiß Nagelmeier. „Auch benachbarte Wehren haben bereits Interesse angemeldet“, ergänzt Wiesner.




