Einsatzbericht Nr. 1 / 1982



Alarmierung Freitag, 03.09.1982, 23:14 Uhr
Gruppenalarm Gruppe 1, Einheit Geseke
Gruppenalarm Gruppe 2, Einheit Geseke
Sirene Geseke
Alarmstufe
Einsatzart Brandeinsatz, Discothekenbrand
Einsatzort Schäfergasse, Geseke
Einsatzdauer nicht erfasst

 Einsatzbericht


Der Alarm lief um 23.14 Uhr in der Feuerwache auf. Schon einige Minuten später waren die ersten Einsatzfahrzeuge mit den Wehrmännern zur Stelle. Beim Eintreffen der Wehr stand der gesamte hintere Teil des Gebäudes, in dem sich die Diskothek befand, in hellen Flammen. Nachdem bekannt wurde, dass sich noch eine Person in den Räumen aufhielt, versuchten die Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz und mit Brandschutzkleidung in das Gebäude einzudringen. Das Feuer hatte aber das Gebäude bereits soweit zerstört, daß die Wehrmänner keine Chance mehr hatten, in die brennenden Räume einzudringen.

Da auch die umliegenden Gebäude durch den starken Funkenflug gefährdet waren, forderte die Geseker Wehr in der Nachbarschaft Hilfe an. Neben der Gesamtwehr Geseke waren die Feuerwehr Büren mit einer weiteren Drehleiter und die Wehr aus Ahden mit der Löschkanone im Einsatz.

Gegen 1 Uhr war das Feuer soweit unter Kontrolle, daß die Nachbarschaftswehren einrücken konnten. Insgesamt war die Geseker Feuerwehr mit 80 Mann im Einsatz. Eine Brandwache war noch am Samstag bis 12.30 Uhr an der Unglücksstelle, da immer wieder kleine Brandherde aufflacker ten.

Wie die Polizei mitteilte, kam es zu dem Großbrand mit dem tragischen Tod wie folgt. In der Diskothek, die gegenwärtig geschlossen hat, waren der Pächter und seine Freundin. Beide wollten Renovierungsarbeiten, die in den nächsten Tagen anstanden, vorbereiten. Zu den Arbeiten gehörte auch das Reinigen von Farbpinseln. Aus diesem Grunde hatte der Pächter einen Zehn-Liter-Kanister mit Benzin aus seinem Wagen geholt. Das Benzin wurde dann in ein Bierglas gegossen, in dem die Pinsel ausgewaschen werden sollten. Dabei wurde offensichtlich Benzin daneben gegossen.

Wie die Polizei weiter mitteilt, hat der Pächter, so seine Angaben, den Raum verlassen, um Kohlesäureflaschen zu verschließen. In Abwesenheit des Pächters muß seine Begleiterin dann wohl eine Zigarette angesteckt haben oder aber eine Kippe weggeworfen haben oder aber Glut der Zigarette verloren haben, Genaues war nicht festzustellen. Nach Angaben des Pächters der Diskothek habe jedenfalls plötzlich eine explosionsartige Verpuffung stattgefunden, die die Diskothek in ein Flammenmeer verwandelte. Die junge Frau habe dabei sofort in Flammen gestanden. Während der Pächter der Diskothek sich noch zum Notausgang retten konnte, lief die junge Frau in Richtung Bühne, wo sich kein Ausgang befand. Ihre verkohlte Leiche wurde am Samstagmorgen von der Feuerwehr geborgen.
Neben der Diskothek wurde auch eine sich im vorderen Teil des Gebäudes befindliche Gaststätte zerstört. Die Polizei gibt den Schaden mit rund 500 000 DM an.

 

 Eingesetzte Fahrzeuge


Einheit Geseke
ELW1TLF 8/18TLF16/24DL30RW 1

 

 Weitere am Einsatz beteiligte Kräfte


Rettungswagen Geseke