100 Jahre Verlässlichkeit

100 Jahre Verlässlichkeit und Einsatz für die Mitmenschen. Das feiert am kommenden Wochenende die Freiwillige Feuerwehr Mönninghausen mit einem großen Jubiläumsfest. Ein Jahrhundert dem Nächsten zur Wehr sind Grund genug, die Korken knallen zu lassen.

Es gilt den Feuerwehrkameraden "Danke" zu sagen, findet auch Bürgermeister Franz Holtgrewe in seinem Grußwort, das in der Festschrift der Wehr niedergeschrieben ist. Schließlich heißen 100 Jahre Feuerwehr Mönninghausen auch "100 Jahre ruhiger Schlaf für alle Mitbürger", so Holtgrewe. Unter eigener Lebensgefahr kümmern sich die ehrenamtlichen Retter um das Hab und Gut von Betroffenen. Auch Malte Wiesner, Leiter der Gesamtfeuerwehr, und sein Stellvertreter Josef Otte schließen sich den Worten des Bürgermeisters an. "100 Jahre stehen für viele tausend Stunden Einsatzbereitschaft", stellen die beiden deutlich heraus.

Diese Einsatzbereitschaft soll nun - ein Jahrhundert nach der Gründung - standesgemäß gefeiert werden. Am Samstag, 25. April, beginnt das Jubiläumsfest um 16. 30 Uhr mit einer Messe in der Pfarrkirche St. Vitus. Im Anschluss, gegen 17.30 Uhr, folgt die Markusprozession. Abmarsch zum Gerätehaus ist um 18.30 Uhr, wo um 19 Uhr der offizielle Festakt beginnt, der im weiteren Verlauf mit einem gemütlichen Beisammensein endet. Der zweite Festtag beginnt am Sonntag, 26. April, um 11 Uhr mit einem "Tag der offenen Tür", inklusive Frühschoppen und Spaßprogramm für die Kinder. Um 12 Uhr gibt es Mittagessen. Bei der Kaffeetafel ab 14.30 Uhr stellt sich die Jugendfeuerwehr vor.

Zwar feiern die aktuell 48 Feuerwehr-Kameraden ihr 100-jähriges Bestehen, doch auch schon vorher waren Mönninghauser Dorfbewohner als Löschtrupps unterwegs. Davon zeugen auch heute noch Relikte aus der alten Zeit. Feuerlöscheimer aus dem 17. Jahrhundert mit der Aufschrift "Feuerwehr Mönninghausen" deuten darauf hin, dass der Ort schon Jahrhunderte vor der Gründung über eine Ausrüstung zur Brandbekämpfung verfügte. Aber erst im Jahre 1909 wurde es offiziell.
Vielleicht hatte auch der Kirchturmbrand im Jahr 1901 dafür gesorgt, dass in Mönninghausen der Ruf nach einer eigenen Feuerwehr laut wurde. Während eines Wintergewitters hatte damals ein Blitz in die Kirchturmspitze eingeschlagen und für einen Schwelbrand gesorgt.

Anfang der 1930er Jahre - genauer gesagt im Juli des Jahres 1932 - hatten es die Feuerwehrleute in Mönninghausen mit einer regelrechten Brandserie zu tun. Innerhalb von zwei Wochen brannten die Häuser und Höfe Heiler, Voits und Paul bis auf die Grundmauern nieder. Die Brandursache konnte bis heute bei keinem der Vorfälle geklärt werden.

Im Mai 1981 brannte es in der St. Vitus-Kirche. Kinder hatten mit brennenden Kerzen herumgespielt und so für eine Feuerwalze im Gotteshaus gesorgt. Mit großen Wassermassen hatten es die Wehrleute im August 2007 zu tun. Während der Überschwemmung stand das Wasser teilweise bis zu 50 Zentimeter auf den Straßen des Ortes. Die Wehr war im Dauereinsatz und füllte rund 1500 Säcke mit Sand.

Doch auch lustige Anekdoten gab es in der hundertjährigen Geschichte der Mönninghauser Wehr. So berichtet eine Karikatur aus dem Jahre 1938 von einer wahren Begebenheit: Fünf Feuerwehr-Kameraden, die trotz eines Brandes im Ort, mit voller Montur, bei "Schulten" in die Kneipe stürmten, forderten vom Wirt "Fünf Glas Bier, aber fix - es brennt".
Weitere Informationen zum Jubiläum folgen auf einer Sonderseite Ende der kommenden Woche.