Ausbildung mit allen Sinnen

Kreis-Ordnungsausschuss besichtigte Übungshalle des Instituts der Feuerwehr in Münster. Haus-Keller können geflutet und Türen so erhitzt werden, als tobte dahinter ein Brand

Flackerndes Licht hinter den Fenstern einer Hochhausfront simuliert Feuer, an den Fenstern erscheinen mit Computertechnik animierte Puppen, die verzweifelt winken und um Hilfe rufen. Solche realistische Szenarien für Ausbildungszwecke bietet die Anfang des vergangenen Jahres fertiggestellte neue Übungshalle des nordrhein-westfälischen Instituts der Feuerwehr (IdF) in Münster. Mitglieder des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen ließen sich während einer Exkursion im Anschluss an die Sitzung am Montag vor Ort ausführlich informieren.

Vize-Institutsleiter Berthold Penkert gab einen Überblick über die Aufgaben und Angebote des IdF. Die Einrichtung mit ihren 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist vor allem die zentrale Ausbildungsstätte des Landes für berufliche und ehrenamtliche Angehörige der öffentlichen und privaten Feuerwehren. Die Qualifizierung von Führungskräften und Ausbildern sowie die Vermittlung von Spezialkenntnissen stellen das Zentrum des Lehrgangsbetriebs dar, für den 300 Internatsplätze zur Verfügung stehen. "Die Grundausbildung der Feuerwehren findet auf Standortebene statt, erst Gruppen-, Zug- und Verbandsführer werden bei uns ausgebildet", erläuterte Penkert. Deshalb sei es wichtig, dass jeweils vor Ort ebenfalls eine ausreichende Infrastruktur für die Feuerwehrausbildung vorgehalten werde. Fachbereichsleiterin Maria Schulte-Kellinghaus erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass im geplanten Rettungszentrum in Soest auch ein Schulungszentrum für die Ausbildung auf Kreisebene entstehen soll.

Die praktischen Ausbildungsmöglichkeiten am IdF haben sich mit der 7050 Quadrameter großen und 30 Meter hohen Halle entscheidend verbessert. Anschaulich können den Lehrgangsteilnehmern die richtigen Einsatztaktiken vermittelt werden. Die Ausbilder rufen mit Hilfe eines Manuals für die Einsatzübungen verschiedene Szenarien auf. Schadstofffreier Rauch und Lichteffekte sorgen für eine Annäherung an realistische Bedingungen. Der Keller eines Einfamilienhauses kann in Windeseile geflutet werden, um "echte" Hochwassereinsätze zu üben. Türen können so erhitzt werden, als tobte dahinter tatsächlich ein Brand. "Wir wollen den Feuerwehrangehörigen das Wissen visuell, auditiv und haptisch vermitteln, also mit allen Sinnen", brachte es Berthold Penkert auf den Punkt.