Gesund auf Achse

"DocStop" möchte Unterwegs-Versorgung für Lkw-Fahrer verbessern. Verein stößt nun auch bei Geseker Medizinern auf Interesse


Wenn der Hals kratzt, die Nase läuft oder der Zahn schmerzt, geht der berufstätige Bürger gewöhnlich zum Arzt. Anders sieht das aber oftmals bei Lkw- und Busfahrern aus. Zeitdruck, logistische Probleme und für die Stadt unvorteilhafte Fortbewegungsmittel bringen viele Fahrer dazu, diese Probleme nur mit einem "Schmerzmittelchen" zu beheben. Nicht selten mit schlimmen Folgen: Aufmerksamkeit und Konzentration lassen nach, die Unfallgefahr steigt.

Genau deshalb hat sich der Verein "DocStop" - eine Initiative des Europareferenten für Verkehr und Sicherheit, Rainer Bernickel - auf die Fahnen geschrieben, die Unterwegs-Versorgung für Brummi-Fahrer entlang der Autobahnen zu verbessern. Und so funktioniert "DocStop": Kraftfahrer bekommen die Möglichkeit, sich an Autohöfen und Raststätten über Ärzte in der Nähe zu informieren. Diese organisieren dann einen Transfer zum nächstgelegenen Arzt, der dann dem Zeitdruck der Kraftfahrer entsprechend eine bevorzugte Behandlung garantiert. Ziel der Initiative ist der Aufbau eines europaweiten medizinischen Versorgungsnetzes. In Deutschland haben sich bereits 250 Ärzte und 55 Veda-Autohöfe registrieren lassen. Die A 44 im Raum Geseke ist allerdings noch verwaist.

Bernickel ist deshalb nun nach einem Gespräch mit unserer Zeitung darum bemüht, das Netzwerk auch auf Geseke und die Nachbarstädte Büren und Salzkotten auszudehnen. Er sucht Hausärzte und Krankenhäuser mit einer maximalen Entfernung von fünf Kilometern zur Autobahn, die Partner von "DocStop" werden möchten. Die Aussichten dafür stehen nicht schlecht. Sowohl der Geseker Autohof als auch heimische Mediziner bekundeten auf Anfrage unserer Zeitung Interesse."Ich finde die Idee sehr gut. Es macht auch mit Blick auf die geplante Autobahnraststätte in Eringerfeld Sinn, das Netzwerk auf den heimischen Raum auszudehnen", sagte etwa der Geseker Allgemeinmediziner Dr. Bernd Peter. Der ärztliche Direktor des Hospitals zum Heiligen Geist, Dimitrios Christodoulou, schlug in die gleiche Kerbe. "Ich höre von der Organisation das erste Mal. Das Konzept klingt aber sehr interessant", so Christodoulou. Zumal sich der ärztliche Direktor an einige Notfälle erinnern kann, in denen der Autohof verletzte oder erkrankte Fernfahrer an das Geseker Hospital vermittelt hat. "Lkw-Fahrer stehen mehr unter Stress, nehmen ihre Schmerzen oft nicht so ernst", weiß der Mediziner deshalb aus Erfahrung. "Prinzipiell spricht nichts dagegen, dass wir uns bei DocStop registrieren lassen", kündigte Christodoulou darauf hin an, Kontakt mit dem Verein aufzunehmen zu wollen.

Auch Autohof-Leiter Peter Althaus kann sich ein Engagement vorstellen. Auf Anfrage erklärte Althaus, sich zeitnah über die Aufgaben und Ziele des Firmen- und Ärztepools schlau machen zu wollen. Schon bald könnte den Lkw-Fahrern demnach auch an der Anschlussstelle Geseke ein großes "Doc-Stop"-Logo ins Auge fallen.