Neuer Chef setzt auf Kooperation

Thomas Wienecke übernimmt im September den Posten als Kreisbrandmeister

Einem Kreuzverhör wie Bewerber um ein Ministeramt in den USA muss sich der künftige Kreisbrandmeister natürlich nicht stellen. Daher konnte sich Thomas Wienecke am Mittwoch ganz entspannt dem Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen präsentieren; überdies ist er dort als Vize-Kreisbrandmeister kein Unbekannter. Der 47-jährige Chef der Feuerwehr Anröchte soll am 1. September Kreisbrandmeister Günter Kock beerben.

Es gab nur eine Frage, ehe der Ausschuss dem Kreistag einstimmig empfahl, Wienecke zum neuen Kreisbrandmeister zu ernennen. "Welche Ziele und Schwerpunkte haben Sie sich gesetzt?", wollte der CDU-Kreistagsabgeordnete Herbert Linnemann wissen. "Ich möchte die interkommunale Zusammenarbeit bei den Feuerwehren intensivieren, um dadurch auch Synergieeffekte zu erzielen", antwortete Wienecke. Weiter vorankommen wolle er auch bei der Vorbereitung auf Großschadensereignisse. Hier gebe es noch einen gewissen Nachholbedarf. "Das soll aber alles nicht abrupt passieren, sondern ich werde viele Gespräche führen", versicherte der Anröchter.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Kreistag auch, den bisherigen Vize-Brandmeister Bernhard Loer (Möhnesee) sowie Georg Ptacek (Wickede) zum neuen stellvertretenden Kreisbrandmeister zu ernennen. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Karl-Heinz Wilmes zeigte sich überzeugt davon, dass die Feuerwehren im Kreis Soest ihre besten Männer für die Führungspositionen auf Kreisebene vorgeschlagen hätten.

Erhebliche Zweifel beschleichen den Ausschuss mit Blick auf die Neuerungen im Schornsteinfegerrecht. In der Öffentlichkeit herrsche große Unsicherheit, etwa bei der Frage, ab wann man nicht mehr auf einen bestimmten Bezirksschornsteigerfegermeister festgelegt sei. Momentan gelte noch eine Übergangsfrist, erläuterte die Kreisverwaltung, so dass der freie Wettbewerb erst Anfang 2013 starte. Mehrere Sprecher befürchteten, dass die Liberalisierung zu höheren Gebühren führen werde.

Der künftige Kreisbrandmeister Wienecke, er ist Bezirksschornsteinfegermeister, verteidigte die Kontrolltätigkeit seiner Berufskollegen. In Deutschland sterben pro Jahr nur noch etwa fünf bis sechs Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung infolge defekter Heizanlagen. Im Großraum Paris, wo es vergleichbare Kontrollen wie bei uns nicht gäbe, seien jährlich mehr als 500 Todesopfer zu beklagen.