Deutlich weniger Verletzte

Zwar ist die Zahl der Unfälle in der inzwischen schon fast vergessenen langen

Winterphase gestiegen, doch fuhren die Bürger insgesamt vorsichtiger

KREIS SOEST - Verschneite Straßen plus glatte Fahrbahnen gleich mehr Unfälle: die Rechnung geht im Prinzip immer auf. Der Kreis Soest machte da in dem vom frühen und heftigen Wintereinbruch geprägten Dezember keine Ausnahme. Auf den ersten Blick zumindest. Die Zahl aller Verkehrsunfälle nahm gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 28 auf 692 zu. Ein Mensch kam ums Leben, im Dezember 2009 war kein Todesopfer zu beklagen gewesen.

Wäre damit also die Frage beantwortet, ob sich das wochenlange Winterwetter negativ auf die Unfallentwicklung auswirkte? Mitnichten, meint Wolfgang Lückenkemper, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Soest. Er warnt vor interpretatorischen Fehlschlüssen. Fakt sei nämlich auch, dass die Zahl der Verletzten im finalen Monat des Jahres 2010 im Kreis Soest gegenüber dem Dezember 2009 um immerhin mehr als ein Drittel auf 43 zurückging.

Nicht einmal die um 4,1 Prozent höhere Unfallzahl taugt laut Lückenkemper dazu, einen unheilvollen Einfluss des Winterwetters auf die Verkehrssicherheit nachzuweisen. "Zieht man in Betracht, dass wir im Dezember 2009 so gut wie keinen Schnee und praktisch keine winterliche Wetterlage hatten, ist die Zahl der Unfälle im vergangenen Monat gar nicht so besonders gestiegen", meint Lückenkemper.

Vermehrt zu Crashs kommt es erfahrungsgemäß immer dann, wenn zum Beispiel nach einer längeren Trockenphase im Sommer heftige Gewitter niedergehen - oder aber nach einem milden Winterstart quasi über Nacht Väterchen Frost beziehungsweise Frau Holle das Regiment übernehmen. Gilt die Macht der Gewohnheit auch längst nicht immer als Vorteil, so zahlt sie sich aber im Straßenverkehr offenbar aus. "Je länger der Winter dauert, desto besser stellen sich die Verkehrsteilnehmer auf die schwierigen Straßenbedingungen ein - und fahren schlicht vorsichtiger", sagt Lückenkemper.

Auch die Statisik liefert Indizien für diesen Schluss. Dass es im Kreis Soest im eiskalten und schneereichen Dezember 2010 ein Drittel weniger Verletzte trotz einer leicht erhöhten Zahl von Unfällen gab, spricht für eine weitgehend besonnene Fahrweise auf schnee- oder eisglatten Straßen in der Region. Bleibt nur die Frage, wie sich der nächste Wintereinbruch auswirken wird, zumal sich zuletzt schon viele an den Frühling gewöhnt haben