EHEC-Infektionswelle ebbt ab

Insgesamt mittlerweile vier Erkrankungen durch den Erreger bestätigt

Dem Gesundheitsamt des Kreises Soest sind im zeitlichen Zusammenhang mit der aktuellen EHEC-Infektionswelle drei weitere Keimnachweise gemeldet worden, so dass vier Erkrankungen von Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreisgebiet durch EHEC-Erreger mittlerweile bestätigt sind. Da das Auftreten der Symptome bei den Patienten allesamt aber schon einige Tage zurückliegt, geht das Gesundheitsamt davon aus, dass die Ausbreitung des Erregers sich verlangsamt hat.

Eine ähnliche Einschätzung hat mittlerweile auch das NRW-Gesundheitsministerium vorgenommen, das die Verbreitung des Durchfall-Keims für nahezu gestoppt hält.

Ein 50-jähriger Lippstädter wird seit Montag, 23. Mai 2011, im Dreifaltigkeits-Hospital in Lippstadt behandelt. Der Labornachweis des EHEC-Erregers stammt vom Freitag, 27. Mai. Dem Patienten geht es nach Erkenntnissen des Gesundheitsamtes den Umständen entsprechend gut.

Ein 79-jähriger Mann aus Soest erkrankte am Sonntag, 22. Mai, an Durchfall. Er wurde zunächst im Mariannen-Hospital Werl behandelt und am 23. Mai ins Marienkrankenhaus Soest verlegt. Der positive EHEC-Befund traf am Donnerstag, 26. Mai, ein. Der Patienten sei gesundheitlich stabil, ist dem Gesundheitsamt mitgeteilt worden.

Der erste EHEC-Fall im zeitlichen Zusammenhang mit der aktuellen Infektionswelle ist am Mittwochmorgen, 25. Mai 2011, vom Gesundheitsamt Dortmund telefonisch gemeldet worden. Der Erreger wurde bei einer 45-jährigen Patientin aus Soest nachgewiesen, die im Klinikum Dortmund Mitte behandelt wird. Die Frau war mit der Diagnose Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) aus dem Soester Marienkrankenhaus nach Dortmund verlegt worden. Diese Komplikation, die unter Umständen zu Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und zu Gerinnungsstörungen durch einen Mangel an Blutplättchen führt, kann insbesondere durch den EHEC-Erreger, aber auch durch andere pathogene Darmbakterien ausgelöst werden. Gewissheit haben erst die weiteren Untersuchungen in Dortmund erbracht. Nach Erkenntnissen des Gesundheitsamtes des Kreises Soest ist der Zustand der Frau mittlerweile so stabil, dass sie von der Intensivstation verlegt werden konnte.

Als weiterer HUS-Fall wird ein 51-jähriger Geseker im Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus behandelt. Für ihn liegt ein positives Ergebnis der Laboruntersuchung auf EHEC mittlerweile vor. Der Gesundheitszustand dieses Patienten ist stabil.

Für eine 46-jährige Lippetalerin, die aus dem Soester Marienkrankenhaus ins Katharinen-Hospital in Unna verlegt worden ist, wurde ebenfalls die Diagnose HUS gestellt. Ihr Gesundheitszustand ist weiter instabil. Der EHEC-Erreger wurde in diesem Fall aber nicht gefunden.

Das Gesundheitsamt rät weiter zur Einhaltung der üblichen Hygieneregeln, vor allem bei der Zubereitung von Mahlzeiten. Gemüse, Obst und Salat sollten geschält oder gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden. Regelmäßiges gründliches Händewaschen sollte selbstverständlich sein. Sauberhalten von Arbeitsflächen und -geräten in der Küche und besonderer Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln. Fleischprodukte sollten ausreichend gegart, Milchprodukte nur nach einer Wärmebehandlung (Pasteurisierung etc.) verzehrt werden. Gut gegarte und gekochte Lebensmittel (mindestens 70 Grad Celsius für einige Minuten) können immer bedenkenlos verzehrt werden.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat wichtige Verbrauchertipps zum Schutz vor EHEC-Infektionen zusammengefasst und im Netz veröffentlicht unter www.bfr.bund.de.