Grund- und Aufbaukurs Notfallseelsorge und Krisenintervention

Extremsituationen gehören für Rettungskräfte zum Alltag, dennoch werden sie auch für erfahrene Helfer nie "alltäglich". Kein Einsatz gleicht dem anderen, wie auch keine Rettungskraft der anderen gleicht. Das Erleben und Verarbeiten von Extremsituationen ist vielmehr ein individueller Prozess, den jede Rettungskraft für sich selbst bewältigen muss.

Die Notfallseelsorger sind vor Ort, um Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei an den Einsatzstellen zu unterstützen oder um die seelsorgerische Begleitung der Betroffenen nach dem Abrücken der Einsatzkräfte weiterführen zu können.

Ist in Notsituationen eine kurzfristige Hilfe und Stabilisierung erforderlich, verstehen sich diese Spezialkräfte als "Erste Hilfe für die Seele" - dafür sind sie an 365 Tagen über die Kreisleitstelle alarmierbar. Im Kreis Soest kooperieren die freiwilligen Feuerwehren, die Hilfsorganisationen und die Kirchen, um diese psychosoziale Notfallversorgung rund um die Uhr anbieten zu können.

Um die wachsenden Anforderungen auch in Zukunft bestmöglich erfüllen zu können, möchte die Notfallseelsorge im Kreis Soest ihre Rufbereitschaften im Westkreis und im Ostkreis verstärken. Dazu wird voraussichtlich ab September ein neuer "Grund- und Aufbaukurs Notfallseelsorge und Krisenintervention" angeboten.

Unterrichtsinhalte werden sein:

- Reflexion der eigenen Motivation zur Mitarbeit in der Notfallseelsorge, Vorerfahrungen   
- Aufbau, Ziele und Arbeitsweisen der Notfallseelsorge
- Organisationskunde: Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei                          
- Verhalten an der Einsatzstelle
- Vernetzung mit anderen psychosozialen Diensten
- Grundlagen der Psychotraumatologie
- Interventionsmöglichkeiten bei Belastungen und psychischen Traumata
- Begleitung nach frustraner Reanimation
- Überbringen von Todesnachrichten mit der Polizei
- (Drohender) Suizid
- Plötzlicher Säuglingstod
- Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Notfallsituationen
- Worte und Rituale in der Notfallseelsorge
- Umgang mit eigenen Belastungen und Grenzen
- Juristische Rahmenbedingungen (Schweigepflicht, Zeugnisverweigerung, Versicherung)
- Umgang mit Schuld in der Notfallseelsorge, Theodizeefrage
- Begleitung Betroffener bei Schienenunglücken
- Begleitung Angehöriger aus anderen Religionsgemeinschaften und Kulturen
- Teilnahme an Übungen der Feuerwehren, des Kreises Soest und der Hilfsorganisationen

Wer sich für diese Ausbildung und eine spätere ehrenamtliche Mitarbeit interessiert, kann sich gern bei Sven Fröhlich (PSNV Koordinator) unter Telefon 02947-3966, Heike Gösmann (NFS OST) unter Telefon 0175-1669999 und per Mail psu@feuerwehr-lippstadt.de oder bei Dirk Harlinghausen (NFS WEST) unter Telefon 0176-50103642 melden. Weitere Informationen zur Notfallseelsorge siehe auch www.notfallseelsorge.de.