Rettungszentrum eingeweiht: "Vision wird Wirklichkeit"

Mit der Übergabe eines großen goldfarbenen Schlüssels während der Einweihungsfeier am Freitag, 18. November 2011, durch Investor Falko Derwald, Geschäftsführer der Derwald-Unternehmensgruppe, Dortmund, an die Landrätin wurde es offiziell: Das neue integrierte Rettungszentrum des Kreises Soest ist fertiggestellt und damit ein erfolgreiches PPP-Projekt (Public Private Partnership) abgeschlossen. "Wir haben es geschafft, eine Vision wird Wirklichkeit", brachte es Eva Irrgang auf den Punkt.

Die Verwaltungschefin betonte die Vorteile eines privaten Partners und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Firma Derwald. Mit diesem Modell habe die regionale Wirtschaft eingebunden und über 60 Prozent der Aufträge an heimische Unternehmen vergeben werden können (55 Prozent des Investitionsvolumens). Da ein Investor flexibler agieren könne, habe es eine enorme Zeiteinsparung gegeben. Der Kreistagsbeschluss über die Zusammenarbeit mit einem Investor sei im Dezember 2009 gefallen, bereits Ende April 2010 sei die Grundsteinlegung erfolgt und im November 2010 beim Richtfest die Fertigstellung des Rohbaus gefeiert worden. Im September 2011 sei der Gebäudekomplex dann fertiggestellt und übergeben worden. Auch auf den Wirtschaftlichkeitsvorteil des PPP-Projektes, der 7,9 Prozent beträgt, wies die Landrätin hin.

Frau Irrgang erinnerte an die Vorgeschichte des Rettungszentrums. Ein erstes Konzept 2009 umfasste nur eine neue Rettungswache und die Kreisfeuerwehrzentrale. 2007 wurden die Überlegungen auf die Bereiche Tierseuchenbekämpfung und die Verwaltung des Rettungsdienstes ausgedehnt. 2008 entschied der Kreistag, die Kreisleitstelle aus Lippstadt nach Soest zu verlegen. Außerdem wurden der Katastrophenschutz samt Krisenstab und die Verwaltung des Veterinärdienstes in die Pläne mit aufgenommen. Im August 2008 entschied der Kreistag dann über den Bau des Gebäudes und das Raumprogramm, über die Finanzierungsvariante PPP und die Bildung einer Steuerungsgruppe unter Beteiligung der Politik, im Oktober 2008 folgte der Kreistagsbeschluss zur Integration der Polizeileitstelle. Anfang 2009 startete dann der Teilnahmewettbewerb, mit dem der Investor ermittelt wurde.

Wolfgang Düren, Leiter der Abteilung Polizei im NRW-Ministerium für Inneres und Kommunales, kündigte an, dass Innenminister Ralf Jäger persönlich die neue Polizeileitstelle einweihen werde, wenn diese nach Eintreffen der neuen Technik umgezogen sei. Die Absicht, die Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in einem Gebäudekomplex unterzubringen, habe das Landesinnenministerium unterstützt. Durch die gemeinsame räumliche Unterbringung entstünden Synergieeffekte und eine bessere Zusammenarbeit. Düren: "Es entsteht Sicherheit aus einer Hand, zwei Leitstellen unter einem Dach bringen bessere Zusammenarbeit bei klarer Trennung von Verantwortung und Aufgaben."

Der Soester Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer sprach von einem großen Tag für den Kreis Soest. Er stellte die Bedeutung der geschaffenen Infrastruktur für die Feuerwehren des Kreises Soest heraus. Ein besonderer Mehrwert des Gebäudekomplexes bestehe in der Stärkung des Ehrenamtes.

Investor Falko Derwald bezeichnete das Projekt Rettungszentrum Kreis Soest als spannende Aufgabe. "Wir sind stolz auf dieses Gebäude, stolz auf die Qualität, stolz auf die Einhaltung der Termine und stolz auf die Punktlandung, die wir bei der Einhaltung der Kosten hingelegt haben", betonte er. Er verwies auf die intensive Einbindung von Handwerksbetrieben aus der Region. Sein Unternehmen arbeite mittlerweile auch auf anderen Baustellen mit ihnen im Rahmen von Folgeaufträgen zusammen, dauerhafte Partnerschaften hätten sich entwickelt.

Die Entstehung des Gebäudes "Rettungszentrum Kreis Soest" ließ Diplom-Ingenieur Thomas Pape als Architekt und Verantwortlicher der Projektentwicklung der Firma Derwald Revue passieren und erläuterte die Architektur. Die auf die Zweckräume aufgesetzten fünf Riegel dokumentierten die eigenständige Bedeutung der verschiedenen Abteilungen.

Die gemeinsame Unterbringung von vier Einrichtungen der Gefahrenabwehr plus Veterinärdienst gilt als Konzept mit landesweitem Pilotcharakter. Der Kreis Soest führt die Rettungsleitstelle, die Kreispolizeileitstelle, den Katastrophenschutz, verschiedene Einrichtungen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr sowie den Veterinärdienst, im integrierten Rettungszentrum zusammen. Das neue Gebäude hat eine Grundfläche von 3.610 und eine Nutzfläche von 5.864 Quadratmetern. Der umbaute Raum umfasst 37.000 Kubikmeter. Der markante Schlauchturm ragt 20,45 Meter in die Höhe. Für das Rettungszentrum wurden rund 16 Mio. Euro investiert. Zusätzliche 2,36 Mio. Euro flossen in die Modernisierung der Technik der Rettungsleitstelle.