Feuerwehr droht Personalnot

Das Wort "Berufsfeuerwehr" wollte niemand in den Mund nehmen. "Das möchte ich mir gar nicht ausmalen", erklärte Stadtverwaltungsdirektor Hermann Schumacher am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrates. "Wir werden in Zukunft ein ganz dickes Personalproblem bekommen. Eine Lösung habe ich dafür auch nicht. Hauptamtliche Kräfte dürften für eine Kommune wie Geseke unbezahlbar sein", betonte Gesekes Feuerwehr-Chef Malte Wiesner wenig später.

Hintergrund der Diskussion war die Beratung über den Brandschutzbedarfsplan der Freiwilligen Feuerwehr Geseke für die Jahre 2013 bis 2017. Einstimmig segneten die Ratsfraktionen das umfangreiche Maßnahmen- und Investitionspaket ab. Im Namen alle Ratsmitglieder nutzte FDP-Fraktionschef Peter Vogt die Gunst der Stunde, um sich bei den Lebensrettern für den unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Bevölkerung zu bedanken.

Schumacher verband die Verabschiedung des Plans in diesem Zusammenhang gleich mit einem Appell an die Politik und vor allem die Arbeitgeber der Feuerwehrfrauen und -männer. "Gemeinsam sollten wir alles daran setzen, die Freiwillige Feuerwehr auch in Zukunft attraktiv zu gestalten", erklärte Schumacher mit Blick auf die sich abzeichnenden Personal- und Nachwuchsprobleme. Das sei nur möglich, wenn den Einsatzkräften an ihren Arbeitsplätzen die Möglichkeit eingeräumt werde, dieses Ehrenamt auszuüben und wenn eine gute Ausstattung der Wehr garantiert sei.

Ihren Beitrag wollen Rat und Verwaltung mit einem umfangreichen Investitionsprogramm in den kommenden Jahren leisten. Wie der bei der Stadt für den Brandschutz zuständige Ordnungsamtsleiter Rainer Graskamp auf Anfrage berichtete, erhält der Löschzug Langeneicke 2014 für rund 275 000 Euro ein neues Löschfahrzeug. 2015 wird für den Löschzug Geseke für etwa 130 000 Euro ein neuer Einsatzleitwagen angeschafft. Der Löschzug Störmede oder der Löschzug Geseke - das steht laut Graskamp noch nicht fest - darf sich 2016 über ein neues Tanklöschfahrzeug freuen. Diese Investition wird mit rund 245 000 Euro zu Buche schlagen. Im Jahr 2017 ist schließlich der Kauf eines neuen Gerätewagens (Kosten: etwa 100 000 Euro) für den Löschzug Geseke vorgesehen. 100 000 Euro stellt die Stadt 2014 außerdem für die vom Land vorgeschriebene Digitalisierung des Funksystems bereit.

Im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung beschlossen die Fraktionen schließlich auch die 95 000 Euro teure Runderneuerung der 20 Jahre alten Drehleiter (inklusive Inspektion). "So können wir eine Neuanschaffung, die Kosten in Höhe von 750 000 Euro verursachen würde, noch um zehn Jahre schieben", erklärte Hermann Schumacher.