Letzte Notrufsäule abgebaut

Mit dem Abbau der letzten verbliebenen Notrufsäule an der Honigkurve auf der Landstraße 856 zwischen den Warsteiner Ortsteilen Niederbergheim und Hirschberg geht eine 24-jährige Ära zu Ende. Die Notrufsäule wird restauriert und erhält einen Ehrenplatz im Rettungszentrum des Kreises in Soest.

Die Mobilfunkversorgung hat einen guten Stand erreicht, fast jeder hat ein Handy. Deshalb hat die Kreisverwaltung den Telefonanschluss für die Notrufsäule in Warstein bereits zum 1. Mai 2013 gekündigt. Christian Hüning, ehemaliger Leitstellenmitarbeiter, Christian Paul, Mitarbeiter im Rettungsdienst des Kreises, und Andreas Risse von der Löschgruppe Allagen übernahmen jetzt den fachmännischen Abbau.

Die Notrufsäule in der Honigkurve war im Herbst 1991 installiert worden, weil sich auf der L 856 die Unfälle häuften und sich an dieser Stelle eine Parkbucht befand. Außerdem gab es dort eine in alten Plänen entdeckte "geheime" Fernmeldeleitung aus alten Zeiten, die durch den Wald von Soest nach Meschede führte. So konnte die Station angeschlossen werden. Die Säule, die aus Spendengeldern des Deutschen Roten Kreuzes finanziert worden ist und für die der Kreis Soest die monatlichen Telefonanschlusskosten getragen hat, wird nun von Christian Hüning restauriert. Sie findet als historisches Ausstellungsstück einen Ehrenplatz im Rettungszentrum.

Insgesamt gab es einmal vier Notrufsäulen im gesamten Kreisgebiet. Das erste Notruftelefon im Kreis Soest wurde im Juli 1989 an der Kreuzung der Landesstraße 856 und der K 8 (später B 516/Haarweg) auf dem Gebiet der Gemeinde Möhnesee in Betrieb genommen. 1991 folgten dann mit Unterstützung des DRK-Ortsvereins Warstein zwei weitere Notruftelefone an der B 55 zwischen Warstein und dem Stimm Stamm und an der L 856 in der so genannten Honigkurve zwischen Warstein-Niederbergheim und Warstein-Hirschberg. Im April 1994 stellte die Björn-Steiger-Stiftung eine Säule an der B 55n (Mellricher Bahnhof) zwischen Warstein-Belecke und Anröchte auf. Wegen des Handy-Booms baute die Björn-Steiger-Stiftung um den Jahrtausendwechsel ihre Notruftelefone ab. Auch die Anröchter Notrufsäule wurde demontiert.

Die Installation einer Ampel an der Kreuzung L 856/B 516 (Haarweg) sowie die gute Mobilfunkversorgung führten dazu, dass 2005 die Nutzung der dortigen Notrufsäule gegen Null tendierte. Daher wurde auch diese abgebaut. Die Notrufsäule an der B 55 Richtung Stimm Stamm wurde 2007 aufgegeben. Die abgebaute Säule ziert nun die Unterkunft des Warsteiner DRK-Ortsvereins.