Mehr Komfort für Helfer

Kurz vor drei Uhr nachts, das Telefon klingelt. Die Mitarbeiter der Geseker Rettungswache sind sofort hellwach. Wenn das Leben eines Menschen auf dem Spiel steht, zählen oft Sekunden. Um blitzschnell Entscheidungen treffen zu können, müssen die Retter ausgeruht sein. Doch besonders im Sommer fällt es den Mitarbeitern der Wache schwer, Schlaf zu finden - wenn im bisherigen Ruheraum Temperaturen von bis zu 30 Grad herrschen.

Der Kreis will Abhilfe schaffen. Am Montagabend entscheidet der Ausschuss für Bau- und Straßenwesen darüber, ob das Gebäude an der Markusstraße für insgesamt 215 000 Euro renoviert wird.

Über den Ist-Zustand der Rettungswache informierten sich jetzt die heimischen Kreistagsabgeordneten Susanne Schulte-Döinghaus und Thomas Kersting (CDU). Mit dabei: Der stellvertretende Wachleiter Friedhelm Kolle, Brigitte Peitz und Timo Kasten von der Kreisverwaltung Soest sowie Robert Henneken als CDU-Ratsmitglied.

Seit dem Bau der Rettungswache im Jahr 1986 habe der Kreis fast keine Bauunterhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen mehr durchgeführt, erklärte Peitz. "Die Raumzuordnung entspricht nicht mehr den Anforderungen des Arbeitsablaufes."

Um den Weg zur Fahrzeughalle zu verkürzen, soll der Aufenthaltsraum vom ersten Stock ins Erdgeschoss verlegt werden. Der große Ruheraum ist bislang nicht nach Geschlechtern getrennt. Nach dem Umbau entstehen daher vier Einzelräume. Der Umkleidebereich in den Fluren des Erdgeschosses zieht ins obere Stockwerk um. Auch hier soll es in Zukunft separate Bereiche für Männer und Frauen geben.

Die Bausubstanz der Wache sei in einem energetisch schlechten Zustand, heißt es in der Beschlussvorlage des Kreis-Bauausschusses. Geplant ist eine vollständige Renovierung einschließlich der Heizungsanlage und der Sanitärinstallation. Um die Wärmedämmung zu gewährleisten, benötige das Gebäude einen Dachüberstand.

"Für die Dauer der Renovierungsmaßnahmen muss ein Container angemietet werden, in den die Rettungswache übergangsweise umzieht", so Brigitte Peitz. Der Rettungshubschrauber-Landeplatz müsse dann kurzfristig abgemeldet werden, erklärte Friedhelm Kolle. "Wir werden aber sicher eine Zwischenlösung finden."

Mit dem Start der Umbauarbeiten an der Wache rechnet Peitz im Sommer. Die Bauphase werde voraussichtlich vier bis fünf Monate dauern