Lagerfeuer-Romantik wird tosendes Inferno

Feuerwehr simuliert Zimmerbrand und lässt Gäste Autos zerlegen

Geseke    Es fängt ganz harmlos an: Mit dem Gasbrenner zünden Feuerwehrleute einen kleinen Stapel Holz in der Ecke des selbstgezimmerten Unterstands an. Zuerst züngeln die Flammen noch kontrolliert vor sich hin. Was aber wie ein nettes Lagerfeuer anfängt, entwickelt sich in Sekundenschnelle zu einem Inferno. Der Unterstand – er symbolisiert das Zimmer einer Wohnung – steht lichterloh in Flammen. Die Hitze und die Rauchentwicklung sind enorm. Kindern, die das Geschehen zuerst noch entspannt beobachtet haben, wird es langsam mulmig. „Du brauchst keine Angst zu haben“, beruhigt die Mutter. Damit hat sie Recht, denn Rettung ist schon unterwegs – in Form der Kameraden der Geseker Feuerwehr.

Mit der Realbrand-Simulation wollen sie demonstrieren, wie schnell sich ein Feuer ausbreitet – und was der Einzelne im Ernstfall tun muss. Vor Rauch, der unter der Tür durchzieht, schützt zum Beispiel eine zusammengerollte Decke. Bei Feuer im Obergeschoss sollten sich Bewohner am offenen Fenster bemerkbar machen. Soweit kam es aber erst gar nicht: Die Feuerwehrleute hatten den Brand schnell unter Kontrolle.

Gegen lodernde Flammen durften Laien zwar nicht kämpfen, dafür aber ein Schrottauto mit Schere und Spreizer zerlegen. Für die Kids gab es das Ganze eine Nummer kleiner: Mit einem Schneider, der sonst eingeklemmte Füße unter Autopedalen befreit, machen sie sich an einem Fahrradrahmen zu schaffen.

Und eine Premiere gab es am Samstag schließlich auch noch: 22 angehende Feuerwehrleute aus Geseke und Erwitte haben ihre Grundlehrgang-Prüfung unter den kritischen Blicken der Zuschauer absolviert. Zunächst mussten sie eine Person aus einem verrauchten Zimmer retten und anschließend einen Löschangriff aufbauen. Eine zweite Gruppe zeigte ihr Können bei der technischen Rettung. Eine Person war unter einem Auto eingeklemmt und musste – unter anderem mit einem Hebekissen – befreit werden.