Das große Aufräumen

Nach Orkan „Friederike“ kam über Nacht der Schnee – was die Aufräumarbeiten der Geseker nicht gerade erleichtert. In der ganzen Stadt heißt es: Zerschmetterte Dachpfannen aufkehren, Äste oder gar Bäume beseitigen und Schäden melden.

Kirchen – so glaubt man zumindest – sind standhafte Gebäude. Orkan-Böen rissen am Donnerstag jedoch massig Dachpfannen von der Marienkirche im Süden der Stadt (wir berichteten). Große Löcher boten dem Schnee über Nacht Einlass in das Gotteshaus. Franz-Josef Ramm, geschäftsführender Vorsitzender der Kirche, hat bereits einen Dachdecker bestellt: „Die Arbeiten werden einen ganzen Tag dauern. Die Ziegel sind auch auf das Nebendach und die Sakristei gefallen.“ Die Kosten schätzt er vorsichtig auf 2500 Euro. Auch das Pfarrheim habe Ziegel verloren.

Mit etwa neun Einsätzen ausgelastet war ein Geseker Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen allein am Sturm-Tag. „Jetzt sind auch wieder vier Bautrupps unterwegs“, erklärt Geschäftsführer Hubert Schumacher am Freitag. Ein größerer Einsatz war am Folgetag des Sturmes an der Völmederstraße notwendig: Dort sind große Teile eines Baumes auf ein Hausdach und in eine Einfahrt gefallen. Noch schlimmer hat es ein ganzes Wohnhaus in Bönninghausen getroffen, das unter einem Baum begraben wurde. Auf dem Hof des Unternehmens stapeln sich derweil die hölzernen Sturmopfer, berichtet Schumacher. „Am Wochenende werden wir viel zu tun haben“, lautet seine Prognose.

Ortswechsel: An der Schützenhalle bietet sich ein Bild der Verwüstung. Orkan „Friederike“ riss drei Baume um, die bei den Schützenfesten Schatten spenden sollten. Sie zerschmetterten die Steinbänke und -tische, die im Sommer als Sammelpunkt für gesprächige Runden beim Vogelschießen dienen. Platzmajor Andreas Renkamp zieht Bilanz: „Zwei Steinbänke und ein Tisch sind zerstört.“ Den Schaden könne er nicht beziffern, ein Treffen mit dem Oberst soll Klarheit schaffen. Fest steht: Es wird wieder aufgeforstet.

Kaum eine Straße, die völlig unversehrt blieb – Bäume versperrten Wege, Dachpfannen fielen auf Autos oder Gehwege und Straßenschilder machten sich selbstständig. Die Feuerwehr sperrte am Freitagmittag kurzweilig die B 1 – ein Baum drohte zu kippen. Für viele Geseker blieb nichts anderes übrig, als Besen, Kehrblech oder Motorsäge in die Hand zu nehmen, und aufzuräumen, was „Friederike“ angerichtet hat. Der Griff zum Hörer, um den Versicherungen den Schaden zu melden, wird nur wenigen erspart bleiben.

Geseker Zeitung - Der Patriot