Eltern sollen selbst entscheiden: So gehen die Schulen mit den angekündigten Orkanböen um

Kreis Soest – Angesichts des erwarteten Sturms hat das Schulministerium Schulen und Schulträger am Freitag auf die Möglichkeit hingewiesen, am Montag den Unterricht ausfallen lassen zu können. „Oberste Priorität hat die Sicherheit und Unversehrtheit aller Schülerinnen und Schüler“, sagte Staatssekretär Mathias Richter (FDP). Das Ministerium betonte, dass auch Eltern am Montagmorgen entscheiden dürften, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, „sollten sie den Schulweg für unzumutbar und nicht sicher erachten“. Wie die Schulen im Altkreis Lippstadt mit der Mitteilung aus Düsseldorf (am Freitag nach Schulschluss) umgehen, hat unsere Zeitung am Freitagnachmittag die Träger gefragt.

Lippstadt

Uwe Thiesmann vom städtischen Fachdienst Schule: „In Lippstadt findet Schule am Montag im Prinzip statt, es sei denn, der Schulbetrieb wird durch den Sturm gefährdet – etwa die Gebäude.“ Eltern hätten jedoch die Wahl, ihre Kinder zu Hause zu lassen. In diesem Fall sollte die Schule jedoch informiert werden, bittet Thiesmann um aktive Mithilfe. „Am besten kurz eine E-Mail direkt an die Schule schreiben, telefonisch ist das vermutlich alles nicht zu schaffen.“

Die Marienschule bleibt ob des angekündigten Sturms zum Beispiel am Montag geschlossen. Das kündigte die Schule am Freitag auf ihrer Internetseite an. Für die Betreuung der Kinder, die zur Schule geschickt werden, sei aber verlässlich gesorgt.

Geseke

Sowohl die Geseker Schulen als auch die Stadtverwaltung waren am Freitagnachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Redaktion liegt aber ein Elternbrief des Antonianums vor: „Die Wetterprognosen sehen ein Sturmtief auf Deutschland zukommen, dessen Höhepunkt nach derzeitigen Berechnungen in der Nacht vom Sonntag auf den Montag liegen wird“, heißt es dort. „Nach Rücksprache mit den Geseker Schulen und mit dem Schulträger sehen wir uns derzeit aber nicht veranlasst, den Unterricht am Montag ausfallen zu lassen.“

Gleichwohl könnten Eltern bei extremen Wetterlagen selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Sollte der Schüler im Unterricht fehlen, bittet das Antonianum um eine E-Mail zur Information. Eine Betreuung sei auf jeden Fall gewährleistet, betont die Schulleitung. „Ein Fehlen in der Schule am Montag ist in jedem Fall entschuldigt, Unterricht wird bei unvollständigen Lerngruppen zwar erteilt, fehlende Kinder werden aber natürlich entsprechend nachgefördert.“

Erwitte

„Wir sind in Alarmstimmung und beraten gerade, in welche Richtung wir gehen“, teilte Bettina Marbeck, zuständige Fachbereichsleiterin der Stadt Erwitte, am Freitagnachmittag mit. Der Austausch finde zwischen Verwaltung, Schulen, Kindergärten und Feuerwehr statt. Eine Entscheidung, ob die Einrichtungen am Montag geschlossen bleiben, stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fest. Marbeck wies allerdings auf die Möglichkeit hin, die Kinder zu Hause zu lassen: „Wenn Eltern die Situation als gefährlich empfinden, sollten sie auch so handeln“.

Anröchte

Bürgermeister Alfred Schmidt berichtete am Freitagnachmittag, dass in Anröchte noch keine speziellen Regelungen getroffen worden sind. Fest steht allerdings, dass die Schulen am Montag alle geöffnet sind. Die Eltern können frei entscheiden, ob sie ihre Kinder schicken oder nicht. Auf jeden Fall werden sie dort entsprechend gut versorgt sein. „Wir werden die Lage ganz genau beobachten und wenn es notwendig ist, sofort die erforderlichen Entscheidungen treffen“, versicherte Bürgermeister Alfred Schmidt. Selbstverständlich hat auch die Führung der Feuerwehr Anröchte die Entwicklung der Wetterlage während des Wochenendes im Blick, um möglichst schnell, wenn es geboten ist, zu Hilfeleistungen auszurücken.

Rüthen

Astrid Falkenstein, Schulleiterin der Nikolaus-Grundschule und deren Teilstandort in Kallenhardt, verweist in einem Elternbrief auf den Hinweis des Schulministeriums, dass bei extremen Witterungsverhältnissen die Eltern selbst entscheiden können. Eltern sollten die Schule darüber informieren, wenn ihr Kind nicht am Unterricht teilnehmen wird.

Diese Regelung gelte auch für das Friedrich-Spee-Gymnasium, teilte Schulleiter Heinfried Lichte mit. Es könne aber auch noch auf eine komplette Schließung hinauslaufen. Aktuelle Informationen sollen Eltern und Schüler am Wochenende auf der Internetseite des Gymnasiums erhalten.

Für die übrigen Schulen im Rüthener Stadtgebiet, sprich die Private Sekundarschule in der Kernstadt und die Luzia-Grundschule in Oestereiden, gilt laut Bürgermeister Peter Weiken ebenfalls besagte Regelung, dass Eltern selbst entscheiden können, ob der Weg zur Schule zumutbar ist. stn/diet/bt/gö./mun

Der Patriot - Geseker Zeitung