Satte Rabatte für Engagierte: Stadt Geseke gibt Ehrenamtskarten aus

Events im Dorf organisieren, unentgeltlich einen Laden schmeißen, andere aus Notlagen retten: Die Liste derer, die sich in Geseke für ihre Mitmenschen einsetzen, ist lang – und die Beispiele für uneigennütziges Tun zahlreich. Für alle, die sich für andere engagieren, haben Politik und Verwaltung die Ehrenamtskarte eingeführt. Die ersten Exemplare gingen jetzt stellvertretend an zwölf tatkräftige Bürger.

„Die Karten sind ein äußeres Zeichen für innere Wertschätzung“, erklärte Bürgermeister Remco van der Velden. „Die Gesellschaft erkennt damit euer besonderes Engagement an.“

Wer bekommt die Karte?

Jeder, der mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich ohne Vergütung oder pauschale Aufwandsentschädigung nachweislich tätig ist. Es spielt keine Rolle, in welchem Bereich das Engagement erbracht wird. Auch können Tätigkeiten bei verschiedenen Organisationen zusammengerechnet werden, um die Anforderung zu erfüllen.

Wo gibt es die Karte?

Dazu müssen Interessierte nur einen Bewerbungsbogen ausfüllen, den es in der Geseker Stadtverwaltung gibt. Die Karte selbst hat die Größe einer Kreditkarte und passt somit gut ins Portemonnaie.

Was bringt die Karte?

Für Inhaber gibt es Vergünstigen in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen. In Geseke beteiligen sich bisher zwölf Firmen und Institutionen an der Aktion. Die Karte gilt aber auch NRW-weit.

Wie sehen die Vergünstigungen aus?

Zum Beispiel gibt es bei unserer Zeitung 50 Prozent Ermäßigung auf den Vollabo-Preis. Der Verein Kultur und Kulinarisches gewährt ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft, die Stadt Geseke freien Eintritt in ihre Schwimmbäder. Bei den Maltesern gibt es zehn Prozent Rabatt auf Erste-Hilfe-Kurse. Vom Juwelier bis zum Weinhandel: Auch in einigen Geseker Geschäften gibt es Vergünstigungen. Die komplette Liste steht im Internet unter www.engagiert-in-nrw.de/ehrensache.

Und was sagen die Ehrenamtlichen?

Engagement für seine Mitbürger ist bei Michael Voß Ehrensache. „Ich möchte Menschen helfen und in meiner Freizeit Gutes tun“, sagt der Feuerwehr-Pressesprecher. Die Karte sei „auf jeden Fall ein Ansporn, ehrenamtlich tätig zu werden“ – und ein Dankeschön für die geleisteten Stunden gleich dazu.

Maria Benkel hat das Engagement für andere sozusagen von ihren Eltern übernommen. Auch sie waren immer ehrenamtlich tätig, sagt sie. „Ich kann meine Freizeit sinnvoll nutzen und tue dabei nicht nur etwas für mich selbst“, erklärt die stellvertretende Malteser-Stadtbeauftragte. Dass die Ehrenamtskarte auch jene motiviert, die aktuell noch nicht aktiv sind, glaubt Maria Benkel zwar nicht. „Aber sie ist eine große Anerkennung. Ganz egal, ob man sie nutzt oder nicht.“

„Ich engagiere mich, weil es mir Spaß macht und ich bei der Arbeit Erfolge sehe“, sagt Franz Pieper. Und das entschädige auch für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden, so der Vorsitzende des Störmeder Kulturrings.

Dass es die Ehrenamtskarte mit ihren Ermäßigungen gibt, findet Franz Pieper zwar gut. Er persönlich will aber trotzdem weiter die vollen Preise zahlen, um Vereine, Institutionen und auch den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen.

Der Patriot - Geseker Zeitung