Wie die Feuerwehr dabei hilft, Schutzkleidung auszuliefern

Zwar sinkt die Zahl der Corona-Fälle in den heimischen Krankenhäusern aktuell. Die Ansteckungsgefahr aber bleibt – und mit ihr der Bedarf an Schutzkleidung. Damit Masken, Kittel und Co. in Hospitäler, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen kommen, greift unter anderem die Feuerwehr mit ins Rad. Wir waren bei einer Transporttour dabei.

Das rote Mannschaftstransportfahrzeug – kurz MTF – steht schon vor der Feuerwache am Lindenweg bereit. Daneben führt Pressesprecher Michael Voß gerade noch schnell ein Telefonat. Er fährt die Schutzkleidungs-Tour heute zum ersten Mal.

Momentan ist die Wehr einmal wöchentlich in dieser Mission unterwegs, erzählt er. Es geht in die Kreisstadt Soest. Wohin genau, dürfen wir an dieser Stelle nicht schreiben. Masken und Desinfektionsmittel sind immer noch begehrt. Die Helfer haben Angst vor Dieben.

Das Material, das Michael Voß heute abholen will, stammt zum einen aus Zuteilungen vom Land NRW. Manchmal sind aber auch private Spenden dabei.

Während der Wehrsprecher Richtung Autobahnauffahrt steuert, machen sich zeitgleich 14 weitere Feuerwehren im Kreis auf den Weg. Die Ausgabe findet immer zentral an einem Tag statt. Nach Möglichkeit sitzt jemand am Lenkrad, der gerade nicht arbeiten muss. „Um den Arbeitgeber nicht zu belasten“, erklärt Michael Voß.

Bevor es übrigens los ging, hat er die Fahrt bei der Kreisleitstelle angemeldet. „Materialtransport Logistik“, heißt das Ganze im Fachjargon. Die Meldung an Soest hat vor allem versicherungstechnische Gründe, erläutert der Pressesprecher.

Auf der Fahrt erzählt er, wie das Corona-Virus auch die Feuerwehr vor neue Herausforderungen stellt. Die Gerätehäuser zum Beispiel sind für den allgemeinen Zutritt gesperrt. Rein darf nur, wer eine Genehmigung hat. Und selbst dann muss jeder dokumentieren, wann und wie lange er sich in welchem Bereich aufgehalten hat.

Bei einem Einsatz, bei dem es möglicherweise um Leben und Tod geht, hat eine schnelle Rettung natürlich weiterhin Vorrang, versichert Michael Voß. Jedoch werden die Fahrzeuge nach jeder Fahrt desinfiziert.

Regen klatscht an die Windschutzscheibe, auf der Autobahn ist nicht viel los. Nach einer guten halben Stunde ist das MTF am Ziel. Auf dem Hof stehen schon andere Feuerwehren. Die aus Lippstadt ist gleich mit einem Lkw gekommen. Offenbar gibt es dort etwas mehr einzuladen.

Die Abholenden stellen sich – natürlich mit Abstand – in die Schlange vor dem Gebäude. Drinnen verteilen die Helfer das Material streng nach Liste. Bei dieser Gelegenheit macht Marc Schlunz vom Presseteam der Kreisfeuerwehr Soest noch einmal deutlich, dass der genaue Ort auf keinen Fall in der Zeitung stehen darf. „Sonst haben wir hier nachher doppelte Mengen“, befürchtet er.

Bei der Warenkommissionierung – sprich der Zusammenstellung für die einzelnen Kommunen – haben im Vorfeld das DRK, die Malteser und die DLRG geholfen. Für Geseke sind dieses Mal drei Kartons dabei. „Das war jetzt verhältnismäßig wenig“, kommentiert Michael Voß.

Nach einer halben Stunde sitzen alle Feuerwehrleute wieder in ihren Fahrzeugen. Das aus Geseke steuert nun eine Massagepraxis, einen mobilen Pflegedienst und natürlich das Hospital zum Heiligen Geist an. Dort nimmt Chefarzt Dr. Andreas Kleine die lebensrettende Fracht persönlich entgegen. „Vielen Dank, Ich geb das gleich unten in der Ambulanz ab.“

Der Patriot